Warmmieten mit Temperaturfeedback können das Vermieter-Mieter-Dilemma auflösen

Unter dem Titel „Wie passen Mieterschutz und Klimaschutz unter einen Hut?“ hat die Agora Energiewende in Kooperation mit der Universität Kassel, Fachbereich Wirtschaftswissenschaften, eine Studie vorgelegt, die zeigt: „Auch in Deutschland kann eine Regulierung implementiert werden, die auf Warmmieten basiert und so zielgerichtete Energieeffizienzanreize für beide – Mieter und Vermieter – schafft.“

„Allerdings zeigt eine juristische Kurzeinschätzung im Auftrag von Agora Energiewende, dass eine reine Umstellung des Mietmarkts auf Warmmieten in Deutschland mit geltendem EU-Recht nicht vereinbar wäre: Ein Rechtsgutachten von Becker Büttner Held kommt zu dieser Schlussfolgerung, da eine reine Umstellung auf Warmmieten die Regularien zur individuellen Verbrauchserfassung nicht erfüllt, die in der Energieeffizienz-Richtlinie (EED) vorgesehen sind (Becker Büttner Held, 2020).“

Die aktuelle Regulierung energetischer Sanierung von Mietwohngebäuden ist schlecht für Klima und Mieten. Die geltende Modernisierungsumlage belohnt in erster Linie, wie teuer eine Sanierung war, und nicht wie effektiv. Und der ab 2021 in Kraft tretende CO2-Preis auf Gas und Heizöl setzt keine Sanierungsanreize, denn er ist für Hauseigentümer ein Durchlaufposten und erhöht allein die Mietnebenkosten.“

Die Studie steht hier zum Download bereit.

Die Agora Energiewende ist eine gemeinsame Initiative der Stiftung Mercator und der European Climate Foundation und will nach eigener Aussage den Boden bereiten, damit Deutschland in den kommenden Jahren die Weichen richtig stellt. Sie versteht sich als Denk- und Politiklabor, in dessen Mittelpunkt der Dialog mit den relevanten energiepolitischen Akteuren steht.