Führung zur Kirche von Bodo Fleischer am Tag des Offenen Denkmals am 13. September 2026

Treffpunkt 15 Uhr am Pförtner-Häuschen, Oranienburger Straße 285, 13437 Berlin-Wittenau (Bezirk Reinickendorf).

Das Denkmal ist akut bedroht, weil seit Januar 2024 ein Wasserschaden nicht behoben wird und die Kirchenräume nachhaltig beschädigt.

Claudia Schasiepen (Sprecherin Initiative Ka-Bo-N Öko!Logisch!) und Pedro Moreira, Architekt und Experte für Denkmalschutz und Denkmalpflege führen durch die denkmalgeschützte Klinikanlage zuerst zur Dietrich-Bonhoeffer-Kirche auf dem einzigartigen Gelände der ehemaligen Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik.

Diese Kirche wurde 1968 eingeweiht. Sie ist von Bodo Fleischer entworfen, seit 2015 denkmalgeschützt und seit Januar 2024 wegen eines Wasserschadens unbenutzbar. Was es damit auf sich hat und was zuvor dort stattfand, wird ein Teil ihrer Vermittlung sein.

Von dort geht es über die charakteristischen Ziegelbauten von Hermann Blankenstein (1877-79) zu den denkmalwürdigen Sternhäusern von Hänska Architekten mit ihrer Genesungsarchitektur (Bettenhaus 1, Haus 24, 1966–1969 und Bettenhaus 2, Haus 25, 1977–1982), ferner zum Handwerkhaus vom Architekten Rolf Rave entworfen (1981, Haus 13), sowie zur Schule für Ergotherapie, Handwerk, Lehrkrankenhaus und Küchengebäude mit Speisesaal (1975–1980), alles von Hänska Architekten umgesetzt.

Historie & Notlage des KMV: Auf Anfrage berichten wir vom Wandel im Umgang mit psychisch Kranken ab der Nachkriegszeit bis 1988 im größten Krankenhaus für diese Menschen in Berlin (West) sowie über vergessene Heldinnen wie Margarete Betke und Dr. Rintelen. Aktuell zeigt sich eine dramatische Notlage im Krankenhaus des Maßregelvollzugs (KMV): Bei nur 549 genehmigten Stellen waren per Ende 2025 immense 883 Personen untergebracht. Die Verweildauer beträgt oft über 20 Jahre. Mangels Nachsorgekonzept droht entlassenen Menschen (wie im Fall Ümit Vadar) heute akut die Obdachlosigkeit. Ein tragfähiges Konzept könnte Patientenzahlen senken und gesellschaftliche Zufriedenheit stärken.

Das Areal im Wandel: Das ca. 45 ha große Gelände umfasst einen Wald (Berliner Forsten) und drei Teilflächen, die 2022 an die BBF (BIM), das Land Berlin und die GESOBAU veräußert wurden. Die GESOBAU treibt aktuell den Abriss der denkmalwürdigen Sternhäuser von Hänska Architekten voran. Eine Eingriffseinschätzung belegt zudem die Einmaligkeit des wertvollen Baumbestandes für Berlin als Hitzeschild und Wasserpuffer.

Kontakt:

Claudia Schasiepen, Sprecherin Initiative Ka-Bo-N Öko!Logisch! (Mobil: 0157 36591807)

Pedro Moreira, Architekt und Experte für Denkmalschutz und Denkmalpflege (Mobil: 0151 11521363)