Petition für den Erhalt des ehemaligen Konsistoriums am Rande des Hansaviertels

Die Nachkriegsmoderne benötigt dringend Fürsprecher, sonst ist sie in ein paar Jahren verschwunden. Diesmal ist es das ehemalige Konsistorialgebäude der Architekten Heinrichs und Müller am Rande des Hansaviertels, das leider – trotz unserer Petition – ausgerechnet von der Hilfswerk-Siedlung GmbH, einem evangelischen Wohnungsunternehmen in Berlin, inzwischen abgerissen wurde. Die Abbildung wurde freundlicherweise vom BauNetz zur Verfügung gestellt.

Konsistorialgebäude Hansaviertel

Wir hatten deshalb Anfang August 2011 eine Petition für den Erhalt des ehemaligen Konsistoriums vorbereitet, der Petitionstext folgt unten.

Update:

  • Den Petitionstext gibt es auch hier als PDF zum Download.
  • Kommentare und Anmerkungen sind willkommen, wegen grafischer Probleme im Petitionstext bitte ab jetzt im Feld “Hinterlasse eine Antwort” am Ende der Seite abgeben.
  • Das sagen Andere dazu: BauNetz und nochmmal BauNetz, deutsches-architektur-forum.de, german-architects, Berliner Morgenpost, Rat für Stadtentwicklung, Stadt.Bild.Berlin, Tagesspiegel, urbanophil e.V., WeltOnline, … (für weitere Hinweise per Mail sind wir dankbar)
  • Antwort der Hilfswerk-Siedlung GmbH mit Schreiben vom 15.08.2011:
      Sehr geehrte Damen und Herren,
      vielen Dank für Ihr Schreiben vom 04.08.2011. Der Rückbau des Bestandsgebäudes ist leider unumgänglich. Die Hilfswerk-Siedlung GmbH möchte als Berliner Wohnungsunternehmen auf dem Grundstück Bachstr. 1-2 neuen, flexiblen und vielfältigen Mietwohnungsbau errichten und den Standort aufwerten und entwickeln.
      Mit freundlichen Grüßen
  • Schreiben als Offener Brief an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Hilfswerk-Siedlung GmbH vom 5.09.2011:
      Sehr geehrter Herr Maßner,
      wir schreiben Sie heute in Ihrer Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender der Hilfswerk-Siedlung GmbH, einem Evangelischen Wohnungsunternehmen in Berlin an. Herr Jörn von der Lieth ist dort Geschäftsführer. An ihn sind wir am 29. Juli 2011 mit unserem Abrissmoratorium für das ehemalige Konsistorium herangetreten (siehe Brief in der Anlage, sowie im Netz).
      Obwohl inzwischen hunderte von Menschen unsere Petition unterschrieben haben und zahlreiche Artikel in regionalen und überregionalen Medien mit Protesten gegen den sinnlosen Abriss eines Baukulturdenkmals erschienen sind [siehe oben], antwortete uns die Hilfswerk-Siedlung GmbH am 15.08.2011 nur mit wenigen dürren Zeilen: [siehe oben].
      Sieht so verantwortungsvolles Handeln im kirchlichen Unternehmen aus, bei dem es im Handelsregister wie folgt heißt: “Die Gesellschaft nimmt mit ihrer Tätigkeit teil an der Erfüllung des kirchlichen Auftrags.” ?

      Wir bitten Sie mit Hilfe Ihres Aufsichtsratsmandates Fürsprecher unseres Abrissmoratoriums zu werden, um Zeit für kreative Lösungsmöglichkeiten im Interesse aller Beteiligten zu finden.
      Mit freundlichen Grüßen
  • 291 Fürsprecher (Stand: 7.11.2011) haben unsere Petition für den Erhalt dieses baukulturellen Zeugnisses an der Bach- Ecke Altonaer Strasse gezeichnet, bei denen wir uns herzlich bedanken. Leider hat es den Eigentümer, die Hilfswerk-Siedlung GmbH, nicht davon abgehalten Ende Oktober 2011 mit dem Abriss der charakteristischen Aluminiumfassade zu beginnen. Unser o.g. Schreiben an den Vorsitzenden des Aufsichtsrats der Hilfswerk-Siedlung GmbH blieb bis heute unbeantwortet. Wir werden uns dennoch nicht entmutigen lassen und unterstützen weiter die Anliegen des Bürgervereins Hansaviertel e.V., an diesem überregional bedeutenden Ort am Rande des Hansaviertels einen offenen Wettbewerb auszuloben. Nur der transparente und überregionale Wettstreit über die besten Ideen und Entwürfe für diesen Standort, kann den Verlust des Gebäudes von Heinrichs und Müller einigermaßen kompensieren und die Aussicht auf eine qualitativ hochwertige Alternative offen halten.

 

 

 

 

 

    Offener Brief an:

    Hilfswerk-Siedlung GmbH
    Evangelisches Wohnungsunternehmen in Berlin
    Herrn Jörn von der Lieth, Geschäftsführer
    Tollensestraße 34
    14167 Berlin
    Berlin, 29. Juli 2011

    Abrissmoratorium für das ehemalige Konsistorium der Berliner
    Architekten Georg Heinrichs und Hans-Christian Müller
    Sehr geehrter Herr von der Lieth,
    Die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz ist
    Mehrheitsgesellschafter der Hilfswerk-Siedlung GmbH (HWS), der die Liegenschaft des
    ehemaligen Konsistoriums, zentral gelegen an der Bach- Ecke Altonaer Strasse am
    nördlichen Rand des Hansaviertels gehört.
    Damit ist die Landeskirche zumindest "moralisch" und ihr Tochterunternehmen HWS in
    vollem Umfang verantwortlich für den geplanten Abriss des ehemaligen Konsistoriums,
    1968-71 entworfen und erbaut durch die Berliner Architekten Georg Heinrichs und Hans-
    Christian Müller.
    Das Gebäude mit seiner charakteristischen Aluminiumfassade und dem originellen Y-
    förmigen Grundriss stellt ein baukulturelles Zeugnis seiner Zeit dar. Es ist von hohem
    städtebaulichen und architektonischen Wert und damit von überregionaler Bedeutung für
    die Stadt Berlin.
    Der Projektvorschlag der HWS sieht für dieses Grundstück eine 5 bis 6-geschossige
    Blockrandschließung mit einer teilweisen Öffnung zum Schleswiger Ufer / zur Spree, sowie
    eine Nutzungsmischung von Gewerbe und einem hohen Anteil an „Single-Wohnungen“
    vor. Dies entspricht billigen Investoreninteressen auf dem Berliner Immobilienmarkt.
    Die Pläne der HWS, das ehemalige Konsistorium sinnlos abzureißen und durch eine massiv
    wirkende Blockrandbebauung zu ersetzen, stößt auf heftige Proteste von Fachleuten (z.B.
    Rat für Stadtentwicklung Berlin, Phase 1 Architekturbüro etc.), der Anlieger (z.B. Akademie
    der Künste, Apotheke im Hansaviertel etc.), der BVV Mitte und des Bürgervereins
    Hansaviertel e.V.. Letzterer engagiert sich seit seiner Gründung 2004 in einer Initiative zur
    Förderung der Berliner Bauten der Nachkriegsmoderne.

    Wir sind der Auffassung, dass das ehemalige Konsistorium in ökonomisch vertretbarer
    Weise saniert und einer neuen Nutzung – z.B. Studentenwohnungen – zugeführt werden
    könnte. Zumal man zur Einhaltung der heute geltenden Energieeinsparverordnung sowieso
    die mängelbehaftete Aluminiumfassade abnehmen müsste und den originalen “Look” mit
    gedämmten Sandwich-Aluminium-Paneelen vor den völlig intakten Betonkern hängen
    könnte. Ein zusätzliches Treppenhaus und noch ein paar Kleinigkeiten und das schöne
    Baukulturdenkmal wäre wieder voll funktionsfähig!

    Wir plädieren deshalb für ein Abrissmoratorium, um Zeit für kreative
    Lösungsmöglichkeiten zu finden.

    Name:

    E-mail address:

    Do not display name on website:

    Theresa Keilhacker, Architekten für Architekten,

    Johannes Stumpf,

    Dana Bisping-Isermann,

    Benedikt Hotze,

    Frank Bertermann,

    Alexander Walter,

    Stefan Krauel,

    Gudrun Haase,

    Boris Kazanski,

    xxxxxxxx,

    Walter Nägeli,

    Gudrun Sack,

    Jan Edler/ realities:united, Berlin,

    Carolin Schönemann, Sektion Baukunst, Akademie der Künste,

    Roland Borgwardt,

    Dr. Astrid Wokalek,

    xxxxxxxx,

    Sylvia Zumstrull, Architekten für Architekten,

    Eike Roswag,

    Dehmel,

    Heinrich Raatschen,

    Uli Schuster,

    Holger Kleine,

    Stefan Rethfeld,

    Silvan Linden, büro für konstruktivismus,

    Matthias Seidel,

    Jorg Sieweke,

    Eva-Maria Darge,

    René Greiser, entwurfszentrale.de,

    Dr. Thomas Abel,

    Thorsten Dame,

    Philipp Zengerling,

    Honke Rambow,

    Philipp Dölle,

    xxxxxxxx,

    Jana Greiser,

    Andreas Ruby,

    Jörg Leeser,

    Niclas Dünnebacke, freier Architekt,

    Sabine Winkler,

    Kathrin Fink,

    Matthias Bürger,

    iris chung,

    Hannes von Goesseln, AG Hansaviertel/Spreeufer im BV Hansaviertel e.V.,

    Martin Brandt,

    xxxxxxxx,

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    Jörg Kempf,

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    Jastram,

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    Max Nalleweg,

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    Gerd Wetzel / www.gerdwetzel.de,

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    Alice Goudsmit,

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    Stephan Fiebig,

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    Robert Huber,

    ol.schmidt,

    Anna Mándoki,

    Gabriele Cocozza, Bürgerverein Hansaviertel,

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    Dr. Karena Lütge,

    Simon Lütgemeyer,

    Claudia Boerger, Restauratorin (Baudenkmalpflege),

    Cornelia Müller,

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    Nicolas Bourquin,

    jeanno gaussi,

    Klaus Fudickar,

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    Helge Ole Haack,

     

7 Antworten auf Petition für den Erhalt des ehemaligen Konsistoriums am Rande des Hansaviertels

  1. Pingback: Space Age in Berlin – Bürohaus in Gefahr | Stadt.Bild.Berlin

  2. Tim Birkholz sagt:

    Ob das Gebäude schön ist, mag Geschmackssache sein. Es ist aber besonders und einzigartig und deshalb erhaltenswert.

  3. Pingback: urbanophil e.V. » Petition für das Konsistorium

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  5. Mehrjährigen Leerstand und die Verwahrlosung eines Gebäudes sollte ein verantwortlicher Eigentümer ebensowenig wie die bisher nicht erfolgte unter Denkmalschutzstellung als einziges Argument für den Abriß nehmen können. Es läßt sich nicht erkennen, wie intensiv und kreativ der Eigentümer für eine weitere Nutzung gearbeitet hat. Ob er an einem Denkmalschutz interessiert ist, läßt das bisherige Vorgehen bezweifeln.
    Allein aus städtebaulicher Sicht bin ich hier für den Erhalt oder einen gleichwertigen Ersatz, aus Sicht auf das konkrete Gebäude sogar ausschließlich für dessen Erhalt. Auch bei diesem Gebäude sollte sich eine Umnutzung zu Wohnungen bewerkstelligen lassen, womöglich auch kombiniert mit Gewerbeflächen. Ob das Grundstück eine ergänzende Bebauung zuläßt entzieht sich meiner Kenntnis.

  6. Rohde, Janine sagt:

    Ich habe das Gebäude, nebst vielen anderen aus der Zeit, im Seminar “Weiterbauen 70″ von Herrn M. Seidel näher kennengelernt: dieses Gebäude mit seinem eigenem Charme, abzureißen, wäre eine Schande..

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