Berufspolitik

Evaluierung der Architektenkammer Berlin

Unser Ziel: Wir werden uns dafür einsetzen, dass die Vertreterversammlung ihre Kontrollfunktion wirkungsvoll ausübt, dass eine gezielte Prioritätensetzung bei den Aufgaben der Geschäftsstelle und bei der Optimierung der Strukturen begonnen wird und eine Evaluierung auf allen Ebenen stattfindet.

Unsere Mittel: Wir wollen erreichen, dass die Vertreterversammlung ihre Aufgabe als Ideengeber und richtungweisendes Beschlussgremium verstärkt wahrnimmt.
Hierzu muss sichergestellt werden, dass alle Beschlüsse der Vertreterversammlung, sowie der Ausschüsse und Arbeitsgruppen den Mitgliedern im Internet zugänglich gemacht werden. Dies betrifft z.B. die von der Vertreterversammlung beschlossenen Empfehlungen der Arbeitsgruppe “Haushaltsstrukturkonzept” zu einer neuen Haushaltsstruktur.
Ferner müssen die zur Verfügung stehenden Ressourcen wegen der jetzt geringeren finanziellen Möglichkeiten effizienter eingesetzt werden (z.B. E-Mail statt Postversand).

Reform der Ausschüsse

Situation: Von vielen Kollegen wird bedauert, dass die Arbeit der unterschiedlichen Gremien nicht ausreichend in der Architektenschaft kommuniziert wird.

Unser Ziel: Inhalte, Ziele und Ergebnisse der einzelnen Arbeitsgruppen und Ausschüsse müssen untereinander besser abgestimmt werden.
Der jeweilige Arbeitsstand und die diskutierten Themen sollten allen Mitgliedern der Architektenkammer Berlin zugänglich sein.

Unsere Mittel: Auch hier wollen wir uns dafür einsetzen, dass die Vertreterversammlung ihre Aufgaben besser wahrnimmt, zum Beispiel durch die Vorgabe von Themenstellungen und das Einfordern von Rechenschaftsberichten.
Je nach Thema und der Zielsetzung ist die effizienteste Arbeitsweise zu suchen, z.B. Projektgruppen als Ergänzung der Ausschüsse.

Kooperation mit anderen Länderkammern

Situation: Eine Vielzahl von Berliner Architekten bearbeitet Projekte in den angrenzenden Bundesländern. Die Länderkammern agieren oft getrennt und unabhängig, Synergien werden nur unzureichend genutzt.

Unser Ziel: Wir streben einen intensiven Dialog mit anderen Länderkammern an.
Wir wollen die Arbeit der Ausschüsse bzw. Projektgruppen durch regelmäßigen Ideen- und Erfahrungsaustausch mit anderen Länderkammern stärken.
Die Außenwirkung in Hinblick auf unser Ansehen in Wirtschaft und Politik lässt sich durch eine engere Zusammenarbeit aller Gremien wesentlich verbessern.

Unsere Mittel: Durch unsere Teilnahme in möglichst vielen Ausschüssen und Projektgruppen wollen wir zu einem intensiven Austausch beitragen und die bisherige Arbeit der Bundesarchitektenkammer aktiv unterstützen.

Auswirkungen der Europa-Politik

Unser Ziel: Unser Interesse ist, Chancen und Risiken zu ermitteln, die aus der Europa-Politik resultieren. Wir fragen: „Wo stehen die deutschen Kollegen im Vergleich zu den Architekten in anderen EU-Ländern?“

Unsere Mittel: Architekturrelevante Informationen aus Brüssel wollen wir verstärkt auf der Länderebene bekannt machen. Daher werden wir uns dafür einsetzen, dass die Mitglieder der Architektenkammer Berlin laufend über die neuesten Entwicklungen der Europa-Politik informiert werden, zusätzlich zum DAB auch aktuell über das Internet.

Vergabe- und Wettbewerbswesen

Situation: Es besteht eine für Planer kaum praktikable und intransparente Vielfalt von Vergabeverfahren neben einer komplizierten Abwicklung der konkurrierenden Verfahren.

Unser Ziel: Wir fordern gleichwertige Chancen bei der Vergabe. Die Vorteile der offenen Wettbewerbsverfahren sollen sowohl für private als auch für öffentliche Auftraggeber deutlicher herausgestellt werden. Insbesondere müssen die Vorteile einer Qualitätssicherung bei gleichwertigen Teilnahmechancen für alle Architekten hervorgehoben werden.

Unsere Mittel: Aus diesem Grund unterstützen wir regelmäßige Gespräche zwischen Vertretern der Architektenkammer Berlin und den Auftraggebern, bei denen für transparente und faire Verfahren geworben werden soll.
Wir setzen uns für eine länderübergreifende Verknüpfung und Koordinierung aller Aktivitäten im Bereich Vergabewesen mit denen der Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Fortbildung ein.

Honorar- und Vertragswesen

Situation: Wir halten eine Honorarordnung im Interesse der Allgemeinheit grundsätzlich für gerechtfertigt und erforderlich. Sie ist Ausdruck und ökonomische Basis der besonderen Verantwortung der Architekten und Ingenieure sowohl gegenüber dem Bauherrn als auch gegenüber der Gesellschaft. Ihre Anwendung dient dem Verbraucherschutz durch auskömmliche Honorierung von genau definierten Leistungen und wirkt Preisdumping und Preisverfall entgegen. Sie sichert damit die Baukultur, den Umweltschutz und die Nachhaltigkeit, sie liegt daher im öffentlichen Interesse.

Unser Ziel: Wir begrüßen die Novellierungsanstrengungen der Bundesarchitektenkammer.

Unser Vorschlag: Die grundsätzliche Neustrukturierung der HOAI soll auf maximale Transparenz und Eindeutigkeit ausgerichtet, Leistungen müssen praxistauglich definiert werden. Honorar, Leistung und die daraus resultierende Haftung sollen mittelfristig durch ein integriertes Architekten- und Ingenieurgesetz geregelt werden.

Fairness unter Kollegen

Situation: Die Verschlechterung der Auftragslage für Architekten führt bei öffentlichen wie privaten Auftraggebern zum Versuch, die Architekten gegeneinander auszuspielen.

Unser Ziel: Der Wettbewerb unter Architekten darf nicht dazu führen, dass sich Kollegen gegenseitig ruinieren. Darum gibt es gute Gründe, den in der Berufsordnung festgelegten Verhaltenskodex ernst zu nehmen.

Unsere Mittel: Wir werden uns dafür einsetzen, dass die entsprechenden Regeln fortgeschrieben und umgesetzt werden. Ein Beispiel dafür könnte der Code of Professional Conduct des Royal Institute of British Architects sein.

Arbeitslosigkeit

Situation: Der nunmehr über viele Jahre anhaltende Rückgang der Bautätigkeit zwingt die Architekten zu einem drastischen Umdenken.

Unser Ziel: Wir setzen uns für kurz- mittel- und langfristige Maßnahmen ein:
Kurzfristig: Wir wollen  eine Verbesserung der Suchkriterien für potenzielle Bauherren im Internet-Portal der Architektenkammer Berlin erreichen.
Eine neu zu schaffende Praktikums- und Jobbörse sollte mit den Architektenkammern anderer Bundesländer und der Bundesarchitektenkammer vernetzt werden.
Mittelfristig: Es ist notwendig, die Informationsdichte über unsere Marktchancen sowie über die mögliche Erschließung neuer Berufsfelder innerhalb oder außerhalb unserer eigentlichen Berufsfelder zu erhöhen. Dies gilt ebenso für Informationen über den Export von Planungsleistungen. Der Erfahrungsaustausch in Netzwerken  wie z.B. NAX der Bundesarchitektenkammer soll gefördert werden.
Langfristig: Wir werden die Kooperation mit anderen Verbänden verstärken.
Wir wollen erreichen, dass durch den Dialog der Architektenkammer Berlin mit den Hochschulen die Lehrinhalte der Studiengänge Architektur, Innenarchitektur, Landschaftsarchitektur und Stadtplanung konkreter auf das sich wandelnde Berufsbild vorbereiten (siehe auch Punkt Ausbildung).

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