DER AIV-SCHINKEL-WETTBEWERB 2027 ist ein internationaler, offener Ideen- und Förderwettbewerb. Teilnehmen können Studierende und Absolvent:innen der Fachrichtungen Städtebau, Landschaftsarchitektur, Architektur, Bauingenieurwesen, Verkehrsplanung und verwandte Disziplinen sowie Künstler:innen und Studierende der Freien Kunst.
Veröffentlichung der Auslobung: Anfang September 2026 | Abgabe der Wettbewerbsarbeiten: 08. Februar 2027
DER ALEXANDERPLATZ ist literarischer Mythos, filmische Projektionsfläche und Brennpunkt der Berliner Identität zugleich. Ob in Alfred Döblins Großstadtroman, in Walter Ruttmanns Symphonie einer Großstadt oder als Schauplatz historischer Zäsuren, von den Barrikaden der Märzrevolution 1848 bis zum folgenschweren Ruf „Wir sind das Volk!“ im Herbst 1989: Der Platz spiegelt die Brüche der deutschen Geschichte wider.
Politische Systemwechsel und konkurrierende Ideen von Stadt führten im 20. Jahrhundert zu allumfassenden baulichen Manifestationen: Auf Peter Behrens’ Vision eines rationalen, einheitlich umbauten Weltstadtplatzes folgte nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs der kompromisslose Umbau zum weiträumigen sozialistischen Stadtzentrum. Dies wird nach der Wiedervereinigung grundsätzlich in Frage gestellt. Hans Kollhoffs Masterplan aus dem Jahr 1993 sah eine neue Blockbebauung mit daraus empor wachsenden Türmen vor, die nicht nur die Berliner Hochhausdebatte, sondern auch die Kontroverse im Umgang mit dem baulichen Erbe der DDR prägt.
Die Idee einer neuen Stadtkrone wurde durch den ausbleibenden Bauboom und die schrittweise Unterschutzstellung des DDR-Bestands jedoch zunehmend relativiert. Sowohl die architektonische Qualität als auch die rein kommerzielle Prägung der umgesetzten Projekte bleiben weit hinter der gesamtstädtischen Bedeutung des Ortes zurück.
Gleichzeitig haben sich die Vorzeichen zeitgenössischer Stadtentwicklung fundamental verschoben. Pionierprojekte wie das benachbarte, kooperative Haus der Statistik oder die Debatte um die Ansiedlung der Zentral- und Landesbibliothek im Galeria-Warenhaus beweisen, dass die Zukunft des Zentrums im Gemeinwohl liegen kann.








